Glaubst du, dass schnelles Lebenslaufen das Ziel ist?

Schnelles Lebenslaufen, heißt für die meisten immer nur hinterher zu rennen und bedeutet für mich immer getrieben zu sein von Angst. Am Ende dann aber doch nicht anzukommen. 

Warum ist es dennoch vermeintlich eine Kunst? Schauen wir einmal genauer hin und werden sehen, dass auf den ersten Blick viel Kunst dafür von Nöten ist schneller Lebensläufer zu werden. Auf den zweiten Blick dies jedoch unter Garantie in eine Sackgasse führt, für die nur symptomatisch Modebegriffe wie Quarterlife- oder Midlifecrisis erfunden wurden.

Bereits mit unserer Einschulung werden wir zunächst vorsichtig und mit zunehmender Lebensläuferzeit immer stärker an das Leistungsprinzip heran geführt. Die weiterführende Schulausbildung ist der erste große Schritt, mögliche Ausbildungsberufe oder Praxiserfahrungen während und direkt im Anschluss an die Schule als der nächste zu verstehen. Haben wir den Weg der Hochschulreife gewählt, stellen sich Fragen nach der Wahl von Hochschulstudiengängen, Rankings der Universitäten, internationaler Ausrichtung und Anerkennung, angeschlossenen Netzwerken und vielem mehr. Bereits hier hat der oder die 17 Jährige bereits die Vorläufe der 100 Meter Lebensläufer erreicht und nun zu liefern. Bitte verstehe mich nicht falsch, ich habe nicht per se ein Problem mit dem Leistungsprinzip. Im Gegenteil es ist mein höchster Wert als Einzelner für mich, meine Umgebung und andere einen Dienst zu leisten. Ich erlebe jedoch wie das Konzept missverstanden wird und Viele schneller ins Leere laufen, als ihnen lieb ist. 

So haben wir bereits im jungen Erwachsenenalter Entscheidungen zu treffen, von denen wir glauben, sie legten den Grundstein für die Strecke. Auf der Laufstrecke spüren wir nun den Atem der anderen und des Vergleichs. Bereits hier besitzen wir genaue Vorstellungen, wie unsere Karriere, unsere Laufstrecke aussehen wird oder auszusehen hat. Den Unterschied davon verstehen wir zu Beginn nicht. Stattdessen meinen wir zu wissen, was der zukünftige Personalleiter in fünf bis sieben Jahren in unserem Bewerbungsgespräch um unseren Traumjob wohl von uns erwarten wird. Nämlich:

  1. ein abgeschlossenes Studium in Regelstudienzeit mit Bestnoten
  2. Engagement über die Grenzen meiner Fachrichtung und Fakultät hinaus, um meiner Interdisziplinarität Ausdruck zu verleihen
  3. bereits zu Schulzeiten die Übernahme einer führenden Rolle in der Schule, dem Verein oder anderen Institutionen, die meinen Wissensdurst bereits früh repräsentieren
  4. Auslandserfahrung in strategisch interessanten Zielländern mit vielseitigen Sprachkenntnissen
  5. Praxiserfahrung in unterschiedlichen Branchen und Unternehmen, um bereits die Verbindung des gelernten Wissens in die Realität sichergestellt zu haben

So richten wir unser Handeln an den Erwartungen unseres Umfelds, die direkt oder indirekt an uns herangetragen werden, aus. Wir beginnen zu rennen. Ich bin auch gerannt. 

Diese Blogreihe ist für Dich in der Funktion als Führungskraft im Umgang mit Deiner Zielgruppe oder für Dich als Privatperson gedacht, um Impulse dazu zu erhalten, wie eine zeitgemäße Arbeit an und mit sich selbst zu aussehen kann. Ich freue mich Dich auf diesem Weg willkommen zu heißen und gerne verschiedene Standpunkte mir Dir gemeinsam zu betrachten.

Ich wünsche uns einen Masterabschluss in Lebenswerkarchitektur, Marcel

Über Marcel Pfenning

Vor einigen Jahren begann meine Reise vom klassischen Lebensläufer zum Lebenswerkarchitekten. Ein Leben zu führen, das Zeugnisse, Zertifikate und Erwartungen Anderer in den Mittelpunkt rückt und darüber die eigene Person vernachlässigt kann nicht zu dauerhaftem Erfolg führen. Nicht für mich und nicht für die Anderen. Diese Idee und ihre Umsetzung zieht sich wie ein roter Faden durch meine letzten zehn Jahre. Bereits mit meiner ersten Unternehmung und den ersten Mitarbeitern habe ich erkannt wie groß hierfür der Bedarf einer ganzen Generation ist. Damals war ich verantwortlich für ein Team von 25 Mitarbeitern, mit denen ich gemeinsam als Persönlichkeit gewachsen bin. In den letzten sieben Jahren durfte ich mit meinen Ausbildungen und Trainings weit über 6500 Menschen erreichen. Lebenswerkarchitekten zu unterstützen erfüllt mich. Denn um es in den Worten von Pablo Picasso auf den Punkt zu bringen: „Unter den Menschen gibt es viel mehr Kopien als Originale.“, wünsche ich uns den Mut Originale zu sein.

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