Wir laufen, ohne zu wissen woher wir kommen, wer wir sind, wohin wir wollen und warum wir dorthin wollen einfach weiter. Wir kommen nicht an, weil wir nie inne gehalten haben und uns diese Fragen tatsächlich gestellt haben. Sie gestellt und für sie Antworten formuliert haben. 

Wer bist du?

Wer wirst du sein?

Woher kommst du?

Wo stehst du heute und warum stehst du da?

Wohin willst du und wozu?

Wofür bist du hier?

Ich weiß, dass diese Fragen vielleicht die schwierigsten Fragen überhaupt sind und es uns so viel leichter fällt uns vor ihnen zu verstecken, vor ihnen wegzulaufen. So werden die meisten Lebensläufer diese Fragen nie beantworten, sondern ihre Antworten woanders suchen. An einem Ort suchen, von dem ihnen gesagt wird, dass es dort sicher ist. An einem Ort, an dem für sie gesorgt wird und es andere gibt, die ihnen die Antworten hierzu liefern. 

Ich bin ein Mathematiker. Ein Berater. Ein Vater. 

Ich werde ein verantwortungsbewusstes und loyales Mitglied der Gesellschaft. 

Ein vorbildlicher Steuerzahler, der sich den Zielen anderer verschreibt. 

Ich bin das Ergebnis unserer kollektiven Vergangenheit und meiner Erziehung.

Ich stehe immer an dem Startblock zum nächsten Ziel, welches ich erreichen will und zu erreichen habe. Hier stehe ich, weil wir das eben so tun. Willst du denn überhaupt woanders stehen, alleine und ohne vorgezogene Bahnen?

Ich will der Idee und Vorstellung meiner Umgebung entsprechen, um mich nicht mit meiner möglichen Andersartigkeit auseinander setzen zu müssen. 

Ich bin hier um glücklich zu sein, weil Glück mein Ziel ist. 

Diese Antworten und Gedanken, sowie tausende weitere solcher Konzepte, haben wir als die Stafetten unseres Lebenslauf angenommen und tragen nun die Feuer unserer Spiele über unseren Köpfen. Tragen sie, ohne jedoch genau zu wissen, wozu und wohin. Wenn du der Idee soweit folgst und dich verschrieben hast vom Lebensläufer zum Lebenswerkarchitekten zu werden, bitte ich dich diese Antworten und deine Antworten kritisch zu hinterfragen. Arbeitest du an deinem Werk oder übernimmst du die Parkour Vorgaben der anderen und läufst deinem Leben hinterher?

Diese Fragen und vor allem deine Auseinandersetzung mit deinen Antworten setzen einen Vorgang in Gang, den ich als die schönste und beängstigendste Reise meines Lebens beschreiben würde. Der Schlüssel zu der Arbeit als Lebenswerkarchitekt liegt in dem Bewusstsein über sich selbst. 

Unsere Person. Unsere Vergangenheit. Unsere Gegenwart. Unsere Zukunft. Unsere Einstellungen. Unsere Entscheidungen. Unsere Inhalte. Unsere Umstände. All das ist Deines. 

Es ist in deiner Verantwortung, deiner Kraft und deiner Macht. Hierin liegt ein Zauber. Nur kommt dieser Zauber um einen Preis. Diese Freiheit zu gestalten und zu verstehen, fordert dich auf aktiv zu werden. Bewusst zu werden. Aufzuwachen. Viele haben Angst hiervor und bleiben daher lieber Lebensläufer. Ich lade dich ein dich von vorgefertigter Meinung, Bildern, Konzepten und Vorstellungen zu lösen. Dich auf die Idee einzulassen als freies Individuum ent – wickelbar zu sein und zu dem Kern deines Wesens zurück zu kehren. Von dort die Reise auf ein Neues zu beginnen und die dir bekannten Fragen nicht mehr nur zu stellen, sie dann zu betäuben, sondern zu beantworten und danach zu leben.

Ich wünsche uns einen Masterabschluss in Lebenswerkarchitektur, Marcel